Motivtorte: Zoo

Herzlich willkommen im Zoo! Fondanttorte mit Tieren

Für zwei liebe Freundinnen habe ich vor Kurzem diese süße Zoo-Torte gemacht. Durch das pastellige Design und die niedlichen Tiere könnte sie auch locker als Babyshower- oder Kleinkind-Geburtstagstorte durchgehen.

 

In diesem Fall symbolisiert sie einen Gutschein für einen Ausflug in den Zoo :-) Es war meine erste Fondanttorte seit Langem und ich muss sagen, ich bin wieder auf den Geschmack gekommen!

 

Im Inneren versteckt sich ein saftiger Schoko-Nuss-Kuchen sowie Philadelphia-Sahne mit frischen Erdbeeren.

 

Lange habe ich überlegt, ob ich Euch dieses Rezept zeige. Aufgrund einer verspäteten DHL-Lieferung wurde das Ganze nämlich zu einer ganz schönen Hau-Ruck-Aktion. Ich habe die ganze Deko inklusive der Tiere an dem Tag gemacht, an dem wir auch schon zu dem Geburtstag gefahren sind. Am späten Vormittag kamen Fondant und Lebensmittelfarben an und ich habe im Akkord losgelegt. Normalerweise mache ich solche Figuren mindestens einen Tag vorher. Schließlich sollten diese auch etwas durchhärten.

 

Es hat auch in dieser kurzen Zeit geklappt, aber entspannt war das nicht ;-) Das Blöde daran ist, dass ich so natürlich keine Zeit mehr hatte, die Torte in einer kleinen Fotosession richtig hübsch und mit der guten Kamera zu fotografieren. Jetzt habe ich nur die Handy-Fotos von der Übergabe. Und genau deswegen habe ich überlegt, ob ich Euch diesen Beitrag überhaupt schreiben soll...Letztlich habe ich mich ja dafür entschieden ;-) Ich finde, man sieht auch so, wie niedlich sie ist! Gerne hätte ich Euch Details der Figuren gezeigt und Anleitungen geschrieben, aber das muss bis zur nächsten Motiv-Torte warten. Ich hoffe, Ihr freut Euch trotzdem über das Rezept :-)

 

Außerdem wollte ich mit dieser süßen Zoo-Torte auch dem Blog Münchner Küche zum Blog-Geburtstag gratulieren! Der Blog feiert sein zweijähriges Bestehen, zu dem ich natürlich gerne eine Torte beisteuern möchte :-) Wer hätte als Kind nicht gerne so eine Torte gehabt? Perfekt für Zweijährige! Es gehört sicher nicht zu den Klassikern - aber wenn ich mal Kinder habe, gibt's bestimmt immer Mal einen Hingucker ;-)

Wenn Ihr auch einen Kindergeburtstagskuchen in petto habt, schaut doch auf Münchner Küche vorbei und macht mit bei dem Blogevent - aber Achtung: Es geht nur noch bis Sonntag!

 

Kommen wir wieder zu der Torte. Unter dem kindlichen Design versteckt sich ein saftiger, aber schön stabiler Schoko-Nuss-Kuchen gefüllt mit Philadelphia-Creme und frischen Erdbeeren. Um den Fondant vor der feuchten Füllung zu schützen, ist die Torte außen mit einer großzügigen Schicht dunkler und weißer Ganache eingestrichen.

 

Für die Fondant-Tiere gibt es heute keine genaue Anleitung. Ich habe mir Inspiration im Internet geholt und mir ein paar Vorlagen ausgedruckt, an denen ich mich orientiert habe. Den Fondant habe ich nach meinen Vorstellung eingefärbt und für die Stabilität CMC-Pulver untergeknetet. Dies bewirkt, dass der Fondant fester wird. Je mehr man dazu gibt, desto fester - irgendwann wird er aber bröselig ;-) Die einzelnen Teile habe ich wie üblich mit Zuckerkleber - aus CMC und Alkohol - zusammengesetzt. Um die Köpfe stabil zu halten, sind diese mit einem Zahnstocher befestigt. Den kleinen Elefanten habe ich aus einem Stück Fondant geformt (bis auf den Rüssel und die Ohren).

Und nun die Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Backen und Zusammensetzen der Torte. Die Torte besteht aus zwei kleinen Kuchen á 18cm Durchmesser, die aufeinander gestapelt werden. Die Zwischenschicht zum fixieren der beiden Kuchen ist dunkle Ganache. Ich habe darauf verzichtet, die Torte mit Stäben und einem Cakeboard zu stützen. Die Creme war sehr fest und ich habe eine recht feste Ganache genommen. Sie hat wunderbar gehalten - auch bei einem einstündigen Transport im Auto. Empfehlen würde ich bei gestapelten Torten aber immer ein korrektes Abstützen! Ich hatte leider kein Cakeboard da und keine Zeit, mir etwas zu basteln. 

Der Zeitplan

Ich würde immer empfehlen, eine Motivtorte mit ausreichend Zeit und Ruhe zu machen. Vor allem, wenn man noch nicht so geübt darin ist. Hätte ich es mir aussuchen können, wäre ich so vorgegangen:

 

  1. Tag: Kuchen backen, auskühlen und füllen + Ganache herstellen
  2. Tag: Torte stapeln, mit Ganache einstreichen, gut durchkühlen lassen + Figuren modellieren (das kann man je nach Zeitbudget natürlich auch schon vorher machen.
  3. Tag: Torte mit Fondant eindecken + dekorieren.

Zutaten

Für die Böden (zwei Kuchen á 18cm):

Das Rezept für den Schoko-Nuss-Kuchen habe ich schon vor einiger Zeit bei der Tortentante entdeckt! Es ist einfach klasse für Motivtorten, da er so schön stabil, aber gleichzeitig saftig ist - da musste ich nichts am Rezept verändern und habe es schon öfters gemacht. Das hier ist die doppelte Menge für 2 kleine Springformen.

  • 150g Butter
  • 220g Zucker
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 6 Eier
  • 250g Magerquark
  • 200g Nutella (o.ä.)
  • 200g gemahlene Haselnüsse
  • 160g Mehl
  • 3 TL Backpulver

 

Für die Füllung:

  • 400ml Sahne
  • 1 Pck. Vanillezucker oder -extrakt je nach Belieben
  • 4 TL Sahnesteif
  • 400g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
  • 40g Puderzucker
  • Saft und abrieb einer halben Limette
  • 5 Blatt Gelatine
  • etwa 300g Erdbeeren

 

Für die dunkle Ganache:

  • 400g Zartbitter Schokolade
  • 300g Sahne

 

Für die weiße Ganache:

  • 600g weiße Schokolade
  • 200g Sahne

 

Dekoration:

  • ca. 1,5 kg Fondant (zum Eindecken habe ich 1,2 kg ausgerollt - davon bleibt natürlich etwas übrig. Die Reste habe ich für die Streifen und Kugeln verwendet - die Menge für die Foguren hängt natürlich von der gewünschten Größe und Anzahl ab; ich habe das nicht abgewogen)
  • Lebensmittelfarbpaste nach Wunsch
  • Speiseöl
  • Zuckerkleber (CMC+Alkohol oder Wasser)

Zubereitung der Böden:

1. Die zimmerwarme Butter mit Zucker, Vanillezucker und Salz gut schaumig rühren, d.h. mindestens 10 Minuten, mit einem Handmixer vielleicht auch 15 Minuten.

 

2. Die Eier einzeln unterrühren. Anschließend Nutella und Quark dazugeben und unterrühren. Dann die Nüsse unterrühren.

 

3. Backpulver und Mehl mischen, zum Teig geben und unterheben.

 

4. Den Teig auf zwei mit Backpapier ausgelegte und gefettete Springformen á 18 cm aufteilen und backen. Hat man keine zwei Springformen oder Backringe (wie ich übrigens auch ;-)) einfach nacheinander backen.

 

 

Backtemperatur: 160 Grad (Ober-/Unterhitze)

Backzeit: ca. 60 Minuten (ja, auch der kleine Kuchen - Stäbchenprobe machen!)

 

5. Die Kuchen auf ein Gitter legen und auskühlen lassen.

 

Zubereitung der Ganache

1. Die Sahne jeweils einmal für die dunkle und einmal für die helle Ganache in separaten Töpfen kurz aufkochen, von der Herdplatte nehmen.

 

2. Die Schokolade gehackt bzw. in Stücken jeweils dazu geben. Etwas stehen lassen, bis die Schokolade geschmolzen ist. Ich breche die Schokolade immer einfach in die vorgesehenen Stücke - so dauert das Schmelzen zwar einen Moment länger, aber man kann sich das Hacken sparen. Dann gut umrühren, bis sich die Schokolade komplett aufgelöst hat.

 

3. Die Ganaches (ob das wohl die Mehrzahl ist?!) in hohe Rührbecher füllen und mit einem Pürierstab homogenisieren - so wird sie schön glatt. Dabei aufpassen, dass man mit dem Stab nicht aus der Masse "kommt", damit keine Luft untergeschlagen wird! Ich persönlich lasse diesen Schritt ehrlich gesagt manchmal aus, wenn die Schokolade sich schon gut aufgelöst hat. 

 

4. Die Ganaches müssen jetzt gut abkühlen, am besten über Nacht. Aber nicht im Kühlschrank, dann werden sie steinhart.

Zubereitung der Füllung:

1. Erdbeeren waschen und gut abtropfen lassen. Gelatine einweichen.

 

2. Sahne mit Vanillezucker und Sahnesteif steif schlagen.


3. Frischkäse, Puderzucker, Limettenschale und –saft verrühren. Die Gelatine ausdrücken, erwärmen und mit 2-3 EL der Frischkäsecreme verrühren. Dann zum restlichen Frischkäse geben und schnell, gut verrühren.


4. Sahne unter die Frischkäsecreme heben. (Kühl) Beiseite stellen.


5. Beide Kuchen waagerecht halbieren. Die unteren Hälften jeweils auf einen Teller oder Cakeboard stellen und mit Tortenringen umschließen. Die Erdbeeren vom Grün befreien und schneiden. Für den unteren Kuchen habe ich Scheiben geschnitten, in den oberen habe ich sie ganz gestellt.

 

6. Ca. 2 EL der Creme auf die unteren Böden streichen, geschnittene Erdbeeren darauf verteilen und etwa 1/3 der Creme (gute 4 cm hoch) darauf geben und verstreichen; jeweils die oberen Hälften des Bodens draufsetzen und kühlen.

 

Tipp: Mit frischen Früchten ist die Haltbarkeit der Torte eher kurz: nach 2 Tagen sollte man sie aufgegessen haben. Möchte man etwas länger was von der Torte haben, empfehle ich die Erdbeeren einmal zu erhitzen, also ein paar Minuten köcheln, zu pürieren und die Gelatine in dem warmen Erdbeerpürree aufzulösen. Erkaltet (aber noch nicht geliert!) dann unter die Creme rühren (portionsweise).

Zusammensetzen der Torte

1. Die beiden Kuchen aus den Tortenringen lösen. Einen Kuchen auf eine Tortenplatte stellen. Etwa 4 EL der dunklen Ganache auf den Kuchen geben und verteilen - es soll eine schöne Schicht ergeben, die aber nicht zu dick ist.

 

2. Den zweiten Kuchen aufsetzen und gerade ausrichten. Sollte sie oben noch etwas schief sein, einfach noch etwas Ganache darunter streichen. Die an den Seiten rausquillende Ganache glatt streichen. Um die gesamte Torte etwas der dunklen Ganache streichen, um die Krümel zu binden und die gröbsten Unebenheiten zu begradigen. An den Stellen, wo die Sahne ist, schon ordentlich "zu spachteln". Die Schicht muss noch nicht super glatt werden. Die Torte für mindestens 30 Minuten kühlen.

Wer sich sicher sein möchte, dass der Fondant nicht aufweicht, sollte beim Füllen der Torte bereits etwas Ganache außen an den Rand geben. Einfach innen am Tortenring mit einem Spritzbeutel abdichten.  

 

3. Nun die Torte mit der weißen Ganache einstreichen. Dabei am besten zuerst die Seiten einstreichen und ganz glatt streichen, dann den "Deckel". Dies geht am besten mit einem kleinen Tortenspachtel (oder Brotmesser) und einer gerade Ziehkarte - ich verwende auch sehr gerne ein Geodreieck, da man damit die Kante unten ganz gerade ziehen kann. Ob die Torte wirklich gerade ist, überprüfe ich mit einer Wasserwaage. Bis alles glatt eingestrichen ist, dauert es. Am besten klappt das mit einem Drehteller: immer schön in die Runde streichen. Bei einer so hohen Torte ist es auch eine Herausforderung, wenn man nichts zum glätten hat, das genauso lang ist wie die Torte. Funktioniert aber auch, ich habe nämlich auch (noch) kein so langes Werkzeug. Bei den oberen Kanten darauf achten, dass es eine schönte Kante wird - nicht abrunden. Wenn alles glatt eingestrichen ist, durchkühlen lassen.

dekoration

1. Den Fondant mit eingeölten Händen weich kneten. Das dauert bei der Menge ganz schön.

 

2. Auf einer sauberen Arbeitsfläche oder Silikonmatte etwas Öl verteilen (ganz dünn). Man kann stattdessen oder zusätzlich auch Bäckerstärke verwenden - ich fahre so ganz gut. Den Fondant dünn ausrollen (etwa 5 mm). Vorher den benötigen Durchmesser ausmessen = Durchmesser der Torte + 2x die Höhe + min. 10 cm. Der Fondant muss deutlich größer ausgerollt werden, als der gesamte Umfang, um ihn faltenfrei anlegen zu können.

 

3. Den ausgerollten Fondant mit Hilfe des Ausrollstabs über die Torte legen, dabei etwa mittig ausrichten, damit überall genug übersteht. 

 

4. Den Fondant langsam von oben nach unten an die Torte streichen. Nicht an einer Stelle direkt bis unten glatt streichen, sondern wirklich immer rundherum tiefer gehen, sonst bekommt man eine End-Falte. Man kann den Fondant unten auch ganz leicht ziehen, aber aufpassen, dass er nicht reißt. Den überstehenden Fondant grob kürzen (ich nehme einen Pizza-Roller). Wenn an dem Fondant keine Ganache oder Krümel kleben, zusammen kneten und weiterverwenden.

 

5. Da ich den Rand unten verziert habe, habe ich den restlichen überstehenden Fondant direkt unten an der Torte mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Trotzdem darauf achten, dass er gerade abgeschnitten wird und nicht zu kurz!

 

6. Den übrigen Fondant habe ich wieder weich geknetet und in zwei Farben eingefärbt. Für die Streifen einen Teil des farbigen Fondants dünn ausrollen (ruhig dünner als die Decke) und entsprechend der Höhe der Torte in gleich breite Streifen schneiden. Ich habe sie 1-2 cm länger gelassen, mit etwas Zuckerkleber bepinselt, an die Torte geklebt und den überstehenden Rest abgeschnitten. Den hier übrig gebliebenen Fondant (nicht den mit Kleberresten!) und den andersfarbigen Fondant mit etwas CMC verkneten, eine lange, gleichmäßige Rolle formen und in gleich große Stücke schneiden. Meine Stücke waren etwa 1x1cm groß. Dann zu Kugeln formen und an die Ränder der Torte kleben.

 

7. Die ausgehärteten Figuren auf der Torte platzieren. Hat man den besten Platz gefunden, mit ganz wenig Zuckerkleber befestigen.

 

Fertig! Nicht schnell, aber wunderschön! Für besondere Anlässe ist es den Aufwand auf jeden Fall wert! Selbstverständlich ist der Fantasie keine Grenze gesetzt und man kann alle Farben nehmen, die einem gefallen und auch andere Tiere modellieren.

 

Viel Spaß beim Nachmachen

Eure Hannah

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Kommentare: 4
  • #1

    Ines | münchnerküche (Samstag, 25 Juni 2016 19:32)

    Hannah, die Torte ist der Knaller. Und dann hast du die auch noch an einem Tag gezaubert. Wow! Ganz lieben Dank für deinen tollen Beitrag.
    Liebe Grüße
    Ines

  • #2

    Sylvia (Montag, 27 Juni 2016 17:45)

    Eigentlich ist es wirklich viel zu schade dieses Kunstwerk zu essen :)
    Liebe Grüße
    Sylvia

  • #3

    Unsere Testküche (Montag, 27 Juni 2016 19:24)

    Vielen Dank, liebe Sylvia :) Ja, irgendwie schon! Aber er ist nunmal zum essen da :D Und irgendwie ist es das Schönste, wenn man sieht wie der Beschenkte sich freut :)
    LG Hannah

  • #4

    Sylvia (Donnerstag, 30 Juni 2016 20:12)

    Hey Hannah,

    da hast du natürlich auch recht :)

    Liebe Grüße zurück,
    Sylvia